Archiv für die ‘Allgemein’ Kategorie

Jul
25
Einsortiert unter (Allgemein) von traduction.allemand am 25.07.2007

Katrin, die lokale Korrespondentin der Sächsischen Zeitung, hat mir von der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in Pustków erzählt. Nachdem ich die Berichterstattung der Presse (Sächsische Zeitung, Deutsche Welle) über Veloblog gesichert habe, verlasse ich mit Bedauern die Turmvilla (1, 2) in Richtung Pustków.

Gegen 20 Uhr 30 erreiche ich die sehr kleine Gemeinde. Ich lasse mir den Weg, der zur Genossenschaft führt, zeigen und entdecke Ruinen. Beeindruckend. Alle sind noch auf den Feldern, schwierig, ein Dach für die Nacht zu finden. Doch was soll’s, der Sonnenuntergang ist wunderschön und die Ruhe beherrscht die Umgebung: die ideale Gelegenheit, um mein Zelt einzuweihen (1, 2, 3).

Ich vertraue mich einem kleinen Weg am Ortsausgang an und zack, erste links hinter den Bäumen, packe ich meinen “Krempel” aus - wie manche sagen - und lasse mich am Rande eines abgeernteten Feldes neben einem Hochsitz nieder. Perfekt!

Am nächsten Tag erfahre ich, dass es sich um einen ehemaligen Friedhof handelt, zu den Zeiten, als die Gegend noch deutsch war… Und vor allem, dass der Ort sehr häufig von Wildschweinen besucht wird! Hoppla!…

Vielen Dank an “Studio 80″ für die Fotos und den Spaß!



Jul
24
Einsortiert unter (Allgemein) von traduction.allemand am 24.07.2007

Diesem komischen Wetterbericht zum Trotz fangen nun die Sommerferien für die deutschen und polnischen Schüler an, die jeden Dienstagabend in der Turmvilla die Sprache des anderen gelernt haben. Gut 15 Personen, davon die meisten aus Bad Muskau oder Łęknica, sind heute Abend hier zu ihrem letzten “Kurs”.

Ein Kurs wie kein anderer: Alle sitzen bereits am Tisch, als ich vom Tagebau in Nochten zurückkomme. Die Teilnehmer, fröhliche Gäste, feiern ihren Abgang in die Ferien! Die Stimmung ist ausgelassen: Man erhebt das Glas auf Christophs Wohl und singt. In Polen ist das Feiern von Namenstagen genauso wichtig wie von Geburtstagen. Ein kleiner Wodka und dann ein zweiter: Die Diskussionen gehen zügig voran, mal auf deutsch, mal auf polnisch. Pilzsuppe, Nudeln mit Sojageschmack oder Gurken aus der Region: Jeder hat etwas zum Schlemmen mitgebracht. Die polnischen Damen singen aus vollem Hals Lieder aus ihrem Land (1, 2). Man redet über Gott und die Welt, gute Stimmung liegt in der Luft.

Eine der beiden Zwillingsschwestern aus Łęknica erzählt mir von der Atmosphäre des Basars. Und sie spricht wirklich schnell! Ich weiß nicht, ob ich alles verstanden habe, aber es scheint, dass der Basar früher viel größer war, man mehr verdient hat und die Deutschen vor den Grenzposten Schlange standen, um in Polen einkaufen zu gehen. Micha, mein Tischnachbar, der aus Dresden gekommen ist, um hier seine Mutter zu treffen, die an dem Kurs teilnimmt, berichtet mir von Punkfestivals, die er in ganz Deutschland organisiert, und von Supermärkten, deren Waren er einsammelt, bevor sie weggeworfen werden, um sie weiter zu verteilen. Und seine Mutter Gabriele bombardiert mich mit Informationen, von denen eine interessanter ist als die andere: von einer Organisation deutscher und polnischer Firmenchefinnen im Muskauer Salon, von der 555-Jahr-Feier der Stadt Bad Muskau am kommenden 15. September, von der Entwicklung behindertengerechter Internetseiten.

Kurzum, ein sehr netter Abend, an dessen Ende eine Journalistin der Sächsischen Zeitung, die mit ihrem polnischen Freund zum Sprachkurs gekommen ist, mir vorschlägt, mich am nächsten Morgen noch einmal zu treffen, um einen Artikel zu schreiben.



Jul
24
Einsortiert unter (Allgemein) von traduction.allemand am 24.07.2007

Triste Mine? Glaubt ja nicht, dass der erstbeste Regenschauer, der mich unterwegs überrascht, mir die Laune verderben kann! Nein. Es handelt sich vielmehr um diese Straße am Ausgang von Weißwasser, südlich von Bad Muskau, diese Straße, die zu einer Sackgasse wird (1, 2) und zum “Aussichtspunkt” führt, von dem aus man das Kohlebergwerk im Tagebau von Nochten und die Schlote von Boxberg sehen kann, die lange Zeit das Symbol des größten Elektrizitätswerkes in Deutschland waren.

“Aus der Braunkohle kommt die Energie”, skandiert das Energieunternehmen Vattenfall. Und die Grube hält nicht nur Arbeit für die Menschen der Region bereit, sie bereitet auch Sorgen, wie das Verschlingen mehrerer Dörfer, um das bereits immense Loch noch mehr zu vergrößern. Mehr als 3300 Hektar.

Beim Betrachten des Ausmaßes dieses Dings treffe ich Wolfgang Martin, der gerade seinen Wohnwagen mit Restaurant nahe dem “Aussichtspunkt” repariert hat. Seine Frau wird bald ihr Restaurant, das sie in Mühlrose betreibt, schließen müssen, da Mühlrose eines der fünf Dörfer ist, die in dem großen Loch verschwinden werden. “Man muss nach Vorne schauen, an die Zukunft denken”, sagt mir Wolfgang. Und fügt hinzu, dass seine Frau das Restaurant im Informationszentrum wird betreiben können, das Vattenfall bald in der Nähe des “Aussichtspunktes” eröffnen möchte.

Wolfgang Martin ist der Chronist der Gegend, angestellt von der Gemeinde Trebendorf, einem anderen Dorf, das dabei ist zu verschwinden. “Alles begann 1994, als Sachsen entschieden hat, das Tagebaugebiet zu vergrößern”, erklärt mir Wolfgang. “Der Dialog des Landes mit den Gemeinden ist gescheitert, aber letzten Endes hat sich die Entscheidung des Bundeslandes durchgesetzt: Man müsse den Tagebau vergrößern.” Auf Kosten der Gemeinden, sowie der alten angrenzenden Wälder, die für ihre Biosphäre und ihre einige hundert Jahre alten Eichen bekannt sind und früher ein Naturschutzgebiet waren…

Wolfgang erinnert sich noch an die Stimmung, als Vattenfall zwischen 1999 und 2000 Kontakt zu den Gemeinden aufgenommen hatte, um über die Umsiedlung der Bewohner zu entscheiden. “Zu Beginn fühlten sich die Anwohner völlig überrascht. Später mussten sie sich damit abfinden.” Seit 2004 ist Wolfgang Mitglied des Gemeinderates in Trebendorf: “Vattenfall bietet denjenigen, die zustimmen, ihren Wohnort zu wechseln, Entschädigungssummen an. Die meisten versuchen das Beste daraus zu machen.” Was Wolfgang vor allem zu beunruhigen scheint, ist die Gefahr, dass sich eines Tages die Region entvölkert. Und vor allem: “Ein Teil von Schleife soll geräumt werden. Nun leben dort aber viele Sorben. Schleife ist das kulturelle Zentrum der Region.” Und er erklärt mir, dass sich die Sorben um 600 vor Christus in der Region niedergelassen haben und bis heute ihre eigene Sprache und Kultur aufrecht erhalten. “Falls sie umgesiedelt werden, besteht das Risiko, dass sie sich verstreuen und ihre Kultur nach und nach verloren geht.” Ein wenig nostalgisch zitiert er einen Leitspruch der Gegend: “Gott hat ein zu Hause für die Sorben erschaffen, und der Teufel ist ihm hier aus der Braunkohle entsprungen.”

Ein wenig weiter fängt mich ein Bergwerksarbeiter ab, der die Unterhaltung mitgehört hat, um mir zu sagen, dass auch er das dramatisch fände. Aber er könne nichts sagen, da es zuerst die Arbeit sei, die zähle. Und Vattenfall sei einer der Hauptarbeitgeber in der Region. “Außerdem verdient man gut.” Er fühlt sich ein wenig verlegen gegenüber den Bewohnern, die zur Umsiedlung gezwungen werden. Aber er fügt hinzu, dass es vielleicht besser sei, diesen Ort zu verlassen, da selbst er, der in einer Sozialwohnung im Süden von Weißwasser lebt, kurz vor der Straße, die zur Sackgasse wird, den Lärm der Bagger nicht mehr ertragen kann, Tag und Nacht.

Nächstes Jahr sollen die ersten Häuser bereits geräumt sein. Aber bevor es teilweise im großen Loch verschwindet, wird Trebendorf am kommenden 7. und 8. September sein 625-jähriges Bestehen feiern. Wolfgang wird dort sein und den Neugierigsten die ganze Geschichte der Region erzählen!



Jul
23
Einsortiert unter (Allgemein) von traduction.allemand am 23.07.2007

Alle haben mir vom Basar von Łęknica erzählt, der sich auf polnischer Seite befindet. Man kann ihn nur schwer umgehen: Ganze Busse kommen und entladen ihre deutschen Konsumenten, Familien kommen mit dem Zug, um hier das Wochenende zu verbringen. Alles nur zehn Minuten vom Muskauer Park entfernt. Unglaublich! Auch das ist die Grenze.

Man hat mir gesagt: “Pass auf deine Handtasche auf!”, man hat mir gesagt: “Verlauf dich nicht!”, man hat mir gesagt: “Lass dich nicht einwickeln!”. Ich habe weder meine Tasche verloren, noch mich verlaufen, noch mir irgendetwas gekauft. Allem Anschein nach ist der Basar am Montag Nachmittag ein anderer.

Es ist unmöglich, Äpfel und Tomaten stückweise zu kaufen: die Händler schenken mir ihre Waren lachend. Stellt sich die Frage, in welchen Mengen die Deutschen ihre Einkäufe machen… Endlich entschließe ich mich, eine “kiełbasa” zu essen. Es entwickelt sich ein Dialog mit den Polen, die den Stand betreiben. Wir reden polnisch, deutsch und Kauderwelsch. Kurz, diese Herrschaften erklären mir, dass der Montag nicht gut fürs Geschäft sei, sie machen im Durchschnitt 20 Euro. Im Gegensatz zum Sonntag, an dem sie mit ihrem Stand um die 120 Euro verdienen. Ja, der Basar ist groß, über tausend kleine Verkaufsstände… Aber früher war er noch größer, und man hat besser verdient. Trotzdem kommen immer noch viele her, um zu arbeiten, einige sind dafür sogar zwei Stunden unterwegs. Hart, hart…

Dann geht es um Frankreich, die Eleganz der Pariser usw. usw. Als Provinzlerin habe ich meinen Mund gehalten und ziehe meines Weges…



Jul
22
Einsortiert unter (Allgemein) von traduction.allemand am 22.07.2007

Christoph - der bis zum 30. Juli 17.00 Uhr seine Arbeit über deutsch-polnische Jugendbegegnungen fertig haben muss - hat mir angeboten, den Führer durch den benachbarten Park zu spielen. Allen zum Trotz, die ihm ständig raten, an seinem Schreibtisch zu bleiben…

Und er macht das wirklich gut: von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt zieht er mich auf meinem Rad hinter sich her, mich und meinen leicht lädierten Knöchel. Der Riesenberg, die größte örtliche Erhebung, versteckt sich weiterhin hinter den Wolken, aber in weiter Ferne erhebt sich das Schloss von Bad Muskau in seiner ganzen Herrlichkeit. Das ist die deutsche Seite des Muskauer Parks. Der immense Landschaftspark, der im 19. Jahrhundert im Auftrag von Fürst Hermann von Pückler erbaut wurde, erstreckt sich jedoch zu beiden Seiten der Neiße, also entlang der deutsch-polnischen Grenze (1, 2).

Gegen acht, kurz vor Schließung, überqueren wir diese. Christoph bemerkt nebenbei, dass die Öffnungszeiten nur auf deutscher Seite angeschrieben sind. Dann führt er mich weiter über die Terrassen des Parks Muzakowski, diesmal auf polnischer Seite. Man erkennt den Willen, eine Ideallandschaft zu erschaffen. Noch ein Stückchen weiter lädt eine gewaltige Steinbrücke zur Betrachtung ein. Eine Runde Verstecken wäre jetzt auch möglich… Aber mehr werde ich nicht sagen.

Auf dass jeder die seit 2004 beim UNESCO-Weltkulturerbe registrierten 560 Hektar selbst entdecke!



Jul
22
Einsortiert unter (Allgemein) von traduction.allemand am 22.07.2007

Ich könnte euch ewig von der Turmvilla erzählen! Ich bin hier eine, zwei, schließlich drei Nächte geblieben, indem ich jeden Morgen meine ‘Aufenthaltserlaubnis’ bei Anett verlängert habe. Man fühlt sich hier wohl, es fällt schwer, diesen Ort zu verlassen, das Team ist so nett..

Jeder in Bad Muskau kennt die Turmvilla. “Dort unten in der Nähe des Muskauer Parkes ist das Jugendzentrum”, sagt mir eine alte Frau auf dem Marktplatz der kleinen Grenzstadt. Das Jugendzentrum hat eine ungewöhnliche Geschichte, die 1990 kurz nach dem Fall der Mauer beginnt. Die Jugendlichen aus der Gegend trafen sich in der Orangerie des Schlosses: alles schien möglich, die Welt würde sich anders drehen! Bis man sie aufforderte, woanders hin zu gehen… Allem Anschein nach eine Tradition in der Gegend, mit Fürst Hermann von Pückler, der die Bauern vertrieb, um seinen heute so bewunderten Park zu errichten, oder Vattenfall, das Dörfer umsiedelt, um seine Kohlengruben zu vergrößern. Kurz, nach langen Verhandlungen erhielten die jungen Revolutionäre die Erlaubnis, die Turmvilla und die Villa Caroline zu besetzen, die damals leeren Wohnräume, die im 19. Jahrhundert zu den Bädern der Thermalkuren gehörten. Es wurde ein Pachtvertrag auf 99 Jahre geschlossen, der Befürworter und Gegner des Jugendzentrums miteinander aussöhnte. Alles wurde renoviert, und heute ist hier eine Pension mit familiärem Ambiente.

Aber das ist noch nicht alles: in den Büros hinter der Rezeption setzt sich eine kleine Gruppe für die deutsch-polnischen Beziehungen ein. Wer will, kann hier sich hier mit anderen Jugendlichen treffen , Multiplikatoren können sich weiterbilden usw. Natürlich alles mit Freude und in guter Stimmung!

Den Rest kann man im Goldenen Buch entdecken, das in dem Saal ausliegt, in dem mir jeden Morgen wunderbar mein Frühstück serviert wurde…



Jul
21
Einsortiert unter (Allgemein) von traduction.allemand am 21.07.2007

Das Treffen ist für neun Uhr auf der Brücke, die Görlitz und Zgorzelec verbindet, angesetzt. Ungefähr zwanzig junge Deutsche und Polen sind taufrisch und gut ausgerüstet gekommen, um gemeinsam dieses neue Abenteuer zu beginnen. Sie fahren auch die Oder-Neiße-Grenze hoch. Jedoch um einiges sportlicher als das Veloblog: 50 bis 70 Kilometer stehen täglich auf dem Programm. Da sage noch einer, die Jugend sei faul!

Gestern Abend haben die Organisatoren vom Verein Wir-My noch die letzten Details geregelt. Janusz, der aus Frankfurt/Oder-Słubice gekommen ist, ist zur Gruppe dazugestoßen, um die Übersetzungen während der Reise zu gewährleisten. Den Kühlschrank und das Gepäck der Teilnehmer nimmt Klaus in seinem Transporter mit, die Teilnehmer setzen ihre Helme auf. Alle sind soweit, ein kleiner Schwatz und dann wird zur Abfahrt gepfiffen!

Dieser erste Tag gibt den Ton an. Seinen Ausweis auspacken, einpacken, wieder auspacken. Die Jugendlichen passieren die Grenzposten einen nach dem anderen: von Görlitz nach Zgorzelec (1), dann zur neuen Brücke in Pieńsk (1), der Posten von Podrosche/Przewóz und endlich der von Bad Muskau. Einige geben zu, dass sie nicht mehr genau wissen, auf welcher Seite sie sich befinden! Und das ist das Ziel: zu zeigen, dass die Grenze vor allem willkürlich ist.

Micha, der Vorreiter des Abenteuers, ist in seiner Jugend selbst viel in Grenzregionen unterwegs gewesen und hat auf diesen internationalen Reisen Erfahrungen gesammelt. Die Begeisterung und die Offenheit des Geistes, die er daraus mitgenommen hat, hofft er den Jugendlichen, die sich auf dieses Abenteuer eingelassen haben, weitergeben zu können.

Die meisten der deutschen und polnischen Teilnehmer sind zwischen 14 und 18 Jahre alt, kommen aus Görlitz und Zgorzelec oder deren Umgebung und haben oft durch ihre Schule von dem Fahrradprojekt erfahren. Es gibt wohl nichts praktischeres, als danach Erinnerungen auszutauschen, schöne Erlebnisse genauso wie die Augenblicke der Erschöpfung. Es genügt, einen Grenzposten zu passieren, so oder so, um sich auf der eigenen oder der anderen Seite der Grenze wieder zu treffen… Zum Wohlgefallen der Organisatoren (1, 2)!

Letztere haben auf dem Weg Kulturetappen ausgeheckt. An diesem ersten Tag wird erklärt, was mit der Gemeinde von Tormersdorf geschehen ist, die am Ende des Zweiten Weltkrieges von der Karte gestrichen wurde. Einige Kilometer weiter nördlich, in Rothenburg, informiert sie der Pfarrer von Martinshof kurz und bündig über die Geschichte des Ortes. Ein Zentrum für Behinderte, das während des Dritten Reiches teilweise evakuiert wurde, danach ein jüdisches Ghetto, in dem sich ungefähr 700 Menschen aufhielten, von denen ein großer Teil später in Konzentrationslager gebracht wurde. Nach dem Krieg wurde dieses stark zerstörte Zentrum der Protestantischen Kirche übergeben. Heute nimmt Martinshof wieder Behinderte und alte Menschen auf und erinnert sich.

Unterwegs wird den Jugendlichen so die Geschichte der Region erzählt, über die Kilometer verteilt und immer in zwei Sprachen, wobei sich Janusz sowohl um die deutsche als auch die polnische Übersetzung kümmert. Die Sprache des anderen wird mehr oder weniger gut gemeistert: einige sind in zweisprachigen Familien aufgewachsen, andere sprechen eine Sprache zu Hause, die andere in der Schule. Und einige beherrschen nur ihre Muttersprache. Aber das ist nicht weiter tragisch, im schlimmsten Fall kann man sich immer noch auf englisch oder mit Händen und Füßen verständigen!

Am Ende des Tages sind alle etwas erschöpft von den gefahrenen 70 Kilometern und freuen sich auf das angekündigte Grillen (1, 2). Die Versorgung wird von der benachbarten Turmvilla sicher gestellt, wo die Gruppe die Nacht verbringen wird. Aber Wojtek begnügt sich nicht damit zu kochen: er führt die Jugendlichen quer durchs Gehölz und zeigt ihnen die Überreste der Kutschig-Mühle an der Neiße, ungefähr zehn Kilometer südlich von Bad Muskau. Ein berühmter Erholungsort im 19. Jahrhundert, heute ziemlich verlassen… Das Wasserwehr selbst ist verschwunden, aber das Baden ist immer noch möglich und die Jugendlichen lassen sich das nicht entgehen! Eine Brille verschwindet einen Moment im Wasser… um kurz darauf wieder aufzutauchen. Die Atmosphäre ist ausgelassen und so wird die ein oder andere Bekanntschaft geschlossen, trotz verschiedener Sprachen, Räder und anderer Unterschiede.

Die kleine Gruppe wird sicher voller Erinnerungen zu ihrer ersten Herberge, der Turmvilla in Bad Muskau, zurückkehren. Es ist ein kleines zweisprachiges Tagebuch vorgesehen. Und um die Interaktivität dieser kleinen Welt auf beiden Seiten der Grenze zu unterstützen, öffnet sich das Veloblog den Jugendlichen: sie alle sollen sich auf Veloblog äußern, Eindrücke austauschen, in der eigenen oder der anderen Sprache… Einfach die “Kommentar”-Funktion benutzen.

Unsere Wege trennen sich nun, ich nehme wieder meinen Schneckenrhythmus auf, aber: Euch allen eine gute Reise! Ich hoffe, Klaus am Steuer seines Transporters auf seinem Rückweg wieder zu treffen. Er wird mir sicher von euren nächsten Abenteuern entlang der Neiße und Oder erzählen…



Jul
20
Einsortiert unter (Allgemein) von traduction.allemand am 20.07.2007

Vielen Dank allen Mitstreitern, die hierher gekommen sind, für ihre Freude, gute Laune und netten Worte! Die Personen, die bei dem Begegnungstag dabei waren, können selbstverständlich unten ihre Kommentare hinzufügen, wenn sie möchten!
Und diejenigen, die mehr Informationen und brisante Einzelheiten wünschen: es gibt die Möglichkeit, einen Beitrag auf RFI Berlin zu hören (zwischen 18 und 19 Uhr, 21.07.) oder die Sächsische Zeitung zu lesen, oder auch die Presseschau des Veloblog zu konsultieren…

Es ist jetzt schon ziemlich spät. Während ich schreibe, haben sich alle schon schlafen gelegt, kostenlos aufgenommen in der WG von Steffen vom Verein Wir°My, dem Partnerverein, mit dem das Abenteuer gleich morgen weitergeht, Richtung Bad Muskau, ungefähr 60 Kilometer nördlich von Görlitz-Zgorzelec.



Jul
20
Einsortiert unter (Allgemein) von Charlotte am 20.07.2007

Hier schreibt T.1

Es war ein schöner erlebnisreicher Abend, der durch sein reichhaltiges Programm viel Freude und Spaß bereitet hat. Sowohl die künstlerischen Darbietungen als auch die Monkey Brains sorgten für einen gelungenen Begegnungstag, an dem neben Polen, Deutschen und Franzosen noch weitere Nationen teilnahmen. Ich hoffe, der nächste Begegnungstag am 11.08. in Frankfurt an der Oder wird ebenso ein Erfolg. Weiterhin eine gute Reise und viel Spaß bei diesem abwechslungsreichen Projekt. Viele Grüße, T.1

Frank J.:
Mein Tag in Görlitz-Zgorzelec?
Ich schreibe diese Worte während ich im Connex nach Cottbus sitze und mich fühle wie Steve Coogan in Coffee&Cigarettes: „I love your coat.“ „Aren’t you going to be a little bit warm? It’s about 85 outside.” “No, I take it off when I go out. It’s just the air conditioning.”
Aber von Anfang an:
Nach vier Stunden Schlaf, vier Stunden Fahrt und einigem Orgakrims war ausreichend Zeit (sagen wir vier Stunden) um sich die Füße beim Stadtspiel platt zu laufen. Dank einer tollen Team-Partnerin (Ania) haben wir unsere sonnenunterstützte Faulheit überwunden und beispielsweise die Treppenstufen zum Kino im „Dom Kultura“ gezählt (54, unsere Schätzung im Vorfeld 186), die Breite des dicken Turms in Armlängen herausgefunden sowie uns geduldig in die Schlange eingereiht, um unsere 5 Zlotys gegen einen Elefanten-Luftballon zu tauschen.
Die anderen Programmpunkte des Begegnungstages musste ich auf Grund persönlicher Verpeiltheit leider ausfallen lassen, aber ich weiß jetzt, das Görlitz-Zgorzelec eine kleine Stadt mit schönen unsanierten Häusern und netten Leuten ist, die einen Besuch mit mehr Zeit verdient hat, so dass ich sicher nochmal herfahren werde.
Bleibt zu sagen dass das Stadtspiel sicherlich einer der schönsten Wege ist, eine solche Stadt kennen zu lernen. Daher nochmal ein großes Dankeschön an Steffen fürs Vorbereiten und Charlotte für den Begegnungstag an sich.



Jul
20
Einsortiert unter (Allgemein) von traduction.allemand am 20.07.2007

Eine Stadtrallye (2, 3, 4), organisiert vom Verein Wir°My, ein Schauspiel-Event, aufgeführt vom Verein Deltoidea, sowie ein Pantomimenstück von Barbara und Elkin zum Thema Grenze (1, 2), das Ganze gefolgt von einem Konzert der MonkeyBrains (1, 2, 3, 4): so war das Programm angekündigt und so geschah es.

Das, was ich selbst von diesem ersten Begegnungstag in Erinnerung behalten werde, ist die wachsende Interaktivität des Veloblogs. Meine ursprüngliche Idee, “soziale Verbindungen zu knüpfen”, scheint doch nicht so skurril zu sein und nimmt langsam Form an.

Das zeigen die Emails, die ich erhalte: anscheinend interessieren sich immer mehr Menschen für das Veloblog. Dazu ein kleiner Hinweis von mir: viele Bemerkungen und Fragen, die mir gestellt werden, wären sicher auch für andere Lesende/Schreibende des Veloblogs interessant. Zögert also nicht und benutzt die “Kommentar”-Funktion, um eure Anmerkungen zu schreiben. So habt ihr auch die Chance, verschiedene Antworten zu erhalten und nicht nur meine…

Genauso zeigt das auch die Anwesenheit von Menschen, die ich auf dem Weg getroffen habe, an diesem Freitag in der Neißegalerie. Ob das nun Frau Meusel vom Kloster Sankt Marienthal ist, meine bezaubernden Gastgeber in Görlitz oder Barbara und Elkin, die ich in Großhennersdorf getroffen habe, für mich war es zauberhaft, diese Personen an einem Ort vereint zu sehen. Genauso zauberhaft war es, ihnen einen Teil des Veloblog-Teams an Ort und Stelle vorstellen zu können. Ich glaube, es sind diese verknüpften Bekanntschaften, die mich am stärksten fasziniert haben.

Ich muss sagen, für jemanden, der nicht für’s Organisieren schwärmt, hatte ich davon genug! Von morgens bis abends musste ich mich um einen reibungslosen Ablauf kümmern und den Wünschen der Presse nachkommen. Natürlich habe ich auch Spaß daran gefunden und mich so arrangiert, dass ich soweit wie möglich dem angebotenen Programm folgen konnte. Dennoch konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, die interaktive Karte auszuspielen, und habe das Blog denen geöffnet, die in Görlitz waren (1, 2). Dieses Mal sind sie es, die euch in ihrer Muttersprache vom Begegnungstag erzählen, so wie sie ihn erlebt haben!



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